Kaum gestartet, schon die ersten beiden Preisstufen vergriffen – der Vorverkauf für 2027 zieht brutal an.
Der Vorverkauf für Rock im Park 2027 ist angelaufen – und das Tempo ist enorm. Binnen 15 Minuten waren die ersten beiden Ticketkategorien zu 258 Euro und 288 Euro vergriffen. Aktuell läuft Stufe 3 zu 318 Euro, die letzte Stufe läge bei 338 Euro. Wie groß die einzelnen Kontingente sind, wird nicht kommuniziert – man kauft also ein bisschen im Blindflug, was den Druck zusätzlich erhöht. Zur Einordnung: Im vergangenen Jahr verkaufte Rock im Park am ersten Tag binnen 24 Stunden rund 25.000 Tickets. Mit Blink-182 als bereits bestätigtem Headliner dürfte der Run auch diesmal nicht abreißen. Wer dabei sein will, sollte also nicht zu lange zögern.
Als nächstes
Wer gerade wo spielt
frisch vom Spielplan
--:--Noch kein Set im PlanDer Tagesplan kommt gleich.
23:55So
RiP / Mandora
Moderne Zeiten, die Zweite: Shirt per QR
Zwischen den Songs blinkt Werbung fürs Tour-Shirt über den Screen – samt QR-Code zur Sofortbestellung.
Und noch ein Stück moderne Festivalrealität, mitten in der Limp-Bizkit-Show: Zwischendurch erscheint auf dem Screen immer mal wieder Werbung fürs Tour-Shirt – inklusive QR-Code zur sofortigen Bestellung, direkt vom Platz aus. Früher ist man dafür zum Merch-Stand gepilgert, heute reicht ein Scan zwischen zwei Songs. Moderne Zeiten eben.
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Set-Wetter
Was über dem Gelände liegt
Wetter wird geladen
Wir holen gerade das Wetter für Zeppelinfeld, Nürnberg.
23:45So
RiP / Mandora
Limp Bizkit: die große Karaoke-Show
Mitgrölen ausdrücklich erwünscht: Bei Limp Bizkit laufen die Lyrics in Riesenlettern mit – und die Mandora platzt.
Auf der Mandora läuft gerade die große Limp-Bizkit-Karaoke-Show. Zu jedem Song laufen die Lyrics in riesigen Lettern über den zentralen Bühnenscreen mit – Mitgrölen also ausdrücklich erwünscht, und genau das tut hier auch jeder. Die Mandora ist zum Bersten gefüllt, eine einzige große Sing-along-Party zum Festivalfinale. Lauter geht kaum – und besser hätte man den letzten Abend kaum ausklingen lassen können.
Die Utopia verabschiedet sich mit einem Film-Abspann aller Beteiligten – auf den anderen Bühnen geht es noch weiter.
Auf der Utopia läuft der Abspann – im wahrsten Sinne: Über die Videowände rollen, wie am Ende eines Films, die Namen aller Beteiligten. Eine richtig nette Idee, die mal sichtbar macht, wie aufwendig es ist, ein Festival wie Rock im Park auf die Beine zu stellen – von der Crew über die Technik bis zu den vielen Helfern im Hintergrund. Die große Bühne verabschiedet sich damit für heute. Ganz vorbei ist der Abend aber noch nicht: Auf den anderen Bühnen geht es noch weiter.
Thomas PeterUtopia · Abspann
20:45So
RiP / Utopia
Moderne Zeiten
Kurz vor dem Auftakt von Linkin Park – in freudiger Erwartung recken sich überall die Handys.
Kurz vor dem Auftakt von Linkin Park: Die Spannung steigt, und in freudiger Erwartung recken sich überall die Handys in die Höhe. Moderne Zeiten – im Moment zu bleiben fällt offenbar schwer. Jeder will den Augenblick festhalten, filmt, fotografiert, streamt, schon bevor der erste Ton erklingt. Ein bisschen Ironie steckt natürlich darin, das hier ausgerechnet selbst per Kamera festzuhalten. Aber so ist es eben heute: Die Sonne sinkt, der Nebel zieht über die Bühne – und gleich gehört der Moment allen, meist durch die Linse.
Thomas PeterUtopia · Linkin Park
Fotoplan Fr 05.06.
Was ich noch schießen will
12:45Ecca VandalUtopia Stage
14:00The Pretty RecklessUtopia Stage
14:25letlive.Orbit Stage
15:30Tom MorelloUtopia Stage
16:35The SubwaysOrbit Stage
17:00Three Days GraceUtopia Stage
17:40WargasmOrbit Stage
18:55Electric CallboyUtopia Stage
20:30So
RiP / Utopia
Countdown zu Linkin Park
Die Uhr auf der Hauptbühne läuft runter – gleich der Sonntags-Headliner. Mein Highlight.
Der Countdown auf der Hauptbühne tickt, Nebel wabert über die Fläche, und die Spannung ist mit Händen zu greifen. Gleich kommt der Sonntags-Headliner: Linkin Park. Und ehrlich – ich bin schlicht thrilled. Es ist meine Lieblingsband, und ich bin unfassbar gespannt, wie sie in der neuen Besetzung performen. Nach dem Gänsehaut-Soundcheck heute Morgen ist für mich längst klar: Das wird mein Highlight hier auf dem Zeppelinfeld. Jetzt nur noch warten, bis die Uhr auf null steht.
Thomas PeterUtopia · Linkin Park
18:00So
RiP / Utopia
Kurz vor Papa Roach: blauer Himmel über der Hauptbühne
Blauer Himmel, volle Fläche, Riesenrad im Rücken – die Hauptbühne füllt sich.
Kurz vor dem Start: Die Sonne steht noch hoch, der Himmel ist strahlend blau, und vor der Hauptbühne wird es eng. Von hinten grüßt das Riesenrad, vorn thront das große „Rock im Park MMXXVI" – einer dieser Festivalmomente, in denen einfach alles passt. Die Erwartung knistert, gleich geht es los.
Thomas PeterUtopia · Papa Roach
16:30So
RiP / Utopia
The Hives: Pannen? Kein Problem für Pelle & Co.
Kabelsalat, Technik-Aussetzer, ein bisschen Selbstinszenierung – und trotzdem reißen The Hives die Utopia ab.
The Hives, und natürlich läuft nicht alles glatt – aber genau das macht den Charme aus. Kabel zu kurz für den langen Ausläufer? Kein Problem, der Hives-Ninja huscht heran und löst es. Technische Probleme ausgerechnet nach einem massiven Klimax, kurz vor dem nächsten Song? Auch das: kein Problem. Pelle Almqvist und seine Mannen praktizieren wie immer ihr leicht übertriebenes Abgefeiertwerden, sind dabei aber bestens drauf. Nach ein paar leichten Längen in der Mitte des Sets reißen sie mit Brechern und Klassikern alles ab. Dazu brennt die Sonne runter, Schatten ist heiß begehrt – gut, dass wir die wärmste Tagesphase damit gleich hinter uns haben. Apropos hinter uns: So langsam neigt sich das Festival auch schon wieder dem Ende zu. Die Bilder reiche ich alle nach, die meisten sind sogar schon fertig entwickelt. Nur diese schicke Engine hier macht gerade etwas Zicken – das braucht mehr Zeit und mentale Power zum Fixen, als ich mitten im Festival habe. Stay tuned.
15:30So
RiP / Utopia
Bush auf der Hauptbühne – Festival pur
Geiles Sommerwetter, Bush auf der großen Bühne – heute siegt das Fanherz über den Fotoplan.
Manchmal gewinnt einfach das Fanherz: geiles Sommerwetter, Bush auf der Hauptbühne – und ich stehe mittendrin, statt nur durch den Sucher zu schauen. Dafür muss heute leider auch Mastodon dran glauben; beides ging zeitlich nicht, und die Entscheidung fiel zugunsten des Moments. Heute ist so ein Tag, an dem das Festival-Erlebnis vorgeht: Sonne im Gesicht, vertraute Songs, gute Leute drumherum. Genau dafür ist man hier.
12:30So
RiP / Gelände
Wetter heute: Achterbahn zwischen Sonnenbrand und Windjacke
Heute spielt das Wetter Achterbahn – in der Sonne brennt's, im nächsten Moment brauchst du die Windjacke.
Das Wetter zeigt sich heute von seiner launischen Seite. Sobald die Sonne rauskommt, wird es sehr warm – mit akuter Sonnenbrandgefahr, also Sonnencreme und Kopfbedeckung nicht vergessen. Und kaum hat man sich daran gewöhnt, kippt es wieder: bedeckt, windig und gefühlt richtig frisch. Dieser ständige Wechsel zieht sich durch den ganzen Tag, am besten ist man also im Zwiebellook unterwegs – etwas zum Überziehen für die kühlen Phasen, kurze Ärmel für die Sonnenfenster. Für die Fläche heißt das: angenehm trocken, nur eben mit Temperatur-Achterbahn.
11:45So
RiP / Utopia
Linkin Park: Soundcheck-Gänsehaut auf der Utopia
Schon der Soundcheck reicht für Gänsehaut – „The Emptiness Machine" weht über die Utopia, und die Vorfreude kennt keine Grenzen mehr.
Es ist so weit: Linkin Park spielen gerade ihren Soundcheck auf der Utopia, und schon das allein ist ein Moment. Gerade wummert „The Emptiness Machine" zu uns herüber – und ehrlich, das reicht völlig für die erste Gänsehaut des Tages. Der Bock steigt ins Unermessliche. Es ist dieses Gefühl, bei dem ab dem ersten Ton alles andere ausgeblendet wird: keine Müdigkeit von drei Tagen Festival, kein Gedanke an die Wege, nur noch Bühne und Sound. Und ganz ehrlich: Sollte es für diese Show keine Fotoakkreditierung geben, dann lege ich die Kamera bewusst weg und feiere das Konzert von der ersten Sekunde an einfach mit. Manche Abende will man erleben, nicht durch den Sucher dokumentieren. Das wird großartig – da bin ich mir jetzt schon sicher.
23:55Sa
RiP / Gelände
Rückblick Tag zwei: gesundes Festivalwetter und ein berstender Headliner
Gesundes Festivalwetter, ein kurzer Guss ohne Folgen – und am Abend ein Zeppelinfeld der zwei Geschwindigkeiten.
Tag zwei darf man getrost als gelungen verbuchen: Geboten wurde gesundes Festivalwetter, und abgesehen von einem kurzen Platzregen, der keine größeren Auswirkungen auf Wege und Gelände hinterließ, blieb es angenehm. Der Schauer verstärkte aber wohl eine Tendenz, die sich schon vorher abzeichnete: Die Mandora Stage war ab Alter Bridge nur noch zu rund einem Drittel ausgelastet. Auch bei meinem persönlichen Festivalhighlight, A Perfect Circle, konnte man während des Konzerts noch problemlos bis in den zweiten Wellenbrecher vorstoßen – ein Luxus, den man auf der anderen Seite des Geländes vergeblich suchte. Denn während sich die einen Bühnen geradezu entspannt anfühlten, platzte die Utopia mit Iron Maiden aus allen Nähten, und die Orbit Stage musste mehrfach wegen Überfüllung geschlossen werden. Die eiserne Jungfrau ließ sich dann auch standesgemäß bitten: Das Headliner-Set startete schlanke 20 Minuten später als geplant, und nach einem langen Video-Intro betrat die Band erst mit 24 Minuten Verspätung tatsächlich die Bühne. Geschenkt – bei einer Show dieser Größenordnung verzeiht man das gern.
20:00Sa
RiP / Mandora
Alter Bridge: Platzregen und ein dankbarer Myles Kennedy
Ein heftiger Guss, eine fast leere Mandora – und ein Frontmann, den genau das null störte.
Zwanzig Minuten vor dem Auftritt von Alter Bridge öffnete der Himmel nochmal alle Schleusen: ein heftiger Guss über dem Gelände. Dabei hatte sich die Mandora ohnehin schon quasi auf den Nullpunkt geleert – alles und jeder hatte sich drüben auf der Utopia für The Offspring eingefunden. Und der Platzregen sorgte nicht etwa dafür, dass sich die zweite Bühne nachhaltig füllte; eher im Gegenteil. So musste sich Myles Kennedy mit einem ziemlich übersichtlichen Publikum zufriedengeben. Das Schöne daran: Es störte ihn sichtlich überhaupt nicht. Man hatte den Eindruck, er war einfach froh um jeden Einzelnen, der sich bei diesem Wetter zu ihm aufgemacht hatte. Genau solche Momente machen die zweite Bühne manchmal wertvoller als die große: weniger Menschen, mehr Nähe – und eine Band, die jedem Anwesenden das Gefühl gibt, genau richtig zu sein.
17:00Sa
RiP / Mandora
Breaking Benjamin: Rückkehr nach zehn Jahren
Finch oder Breaking Benjamin? Die Pressetheke gab den Ausschlag – mit einem Argument, das einfach saß.
Die Qual der Wahl: zeitgleich Finch und Breaking Benjamin, und ich kam zu keiner Entscheidung. Also ließ ich die Pressetheke entscheiden – und die argumentierte vollkommen richtig: Finch ist ein deutscher Rapper, den man durchaus leicht mal irgendwo treffen kann. Breaking Benjamin dagegen sind höchst selten außerhalb der USA unterwegs. Sie waren 2016 das erste und bis heute letzte Mal bei Rock im Park – und kehren jetzt nach zehn Jahren zurück. Es gibt nicht viele Bands, die das so machen: einmal da, dann ein Jahrzehnt Funkstille, und dann doch wieder der weite Weg über den großen Teich. Genau das macht diesen Slot zu etwas Besonderem. Und während die Riffs rollen, ist es noch immer brütend heiß da draußen – ein Wetterchen, das so gar nicht zu den Vorhersagen von Mitte der Woche passen will. Aber wer wird sich beschweren: lieber Schweiß auf der Stirn als Matsch an den Schuhen.
14:00Sa
RiP / Gelände
Tag zwei: drückende Schwüle überm Zeppelinfeld
Der zweite Tag läuft längst – und über dem Gelände hängt eine schwere, drückende Luft.
Tag zwei ist schon voll am Laufen, und das Wetter macht heute seine eigene Ansage: Eine drückende Schwüle liegt über dem Zeppelinfeld, die Luft steht fast. Auf dem Thermometer sind es zwar nur 22 Grad – aber sobald die Sonne durch die Wolkendecke bricht, fühlen sich die schnell mal wie 30+ an. Heißt für heute: genug trinken, zwischendurch in den Schatten und Sonnencreme nicht vergessen. Die gute Nachricht: Für Stimmung und Sound ist so ein schwüler Festivaltag eigentlich ideal – die Luft trägt, und vorne im Graben wird es ohnehin gleich richtig warm.
23:50Fr
RiP / Line-up 2027
Blink-182 headlinen Rock im Park 2027
Der erste große Name für die nächste Ausgabe steht – und es ist ein Pop-Punk-Schwergewicht. Onsale: Dienstag, 9. Juni, 12 Uhr mittags.
Noch läuft der Freitag 2026, da fällt schon der erste Paukenschlag für die nächste Ausgabe: Blink-182 sind als Headliner für Rock im Park 2027 bestätigt. Wer Tickets will, sollte sich den Termin fett anstreichen – der Onsale für die Ausgabe 2027 startet am Dienstag, den 9. Juni, um 12 Uhr mittags.
Für alte Säcke wie mich ist das eine Ansage. Blink-182 sind die Band, die Pop-Punk in den späten 90ern und frühen 2000ern massentauglich gemacht hat: „What's My Age Again?", „All the Small Things", „First Date" – Songs, die jeder mitgrölen kann, ob er will oder nicht. Nach Jahren des Bruchs ist seit Ende 2022 wieder die klassische Besetzung am Start: Mark Hoppus, Tom DeLonge und Travis Barker. Dass Hoppus seine Krebserkrankung überstanden hat und das Trio danach wieder zueinanderfand, macht die Reunion umso besonderer. 2023 kam mit „One More Time…" ein Album, das genau dieses Wiederfinden zum Thema hatte – und überraschend warm und erwachsen klingt, ohne den alten Blödel-Charme zu verlieren.
Spannend ist, wie so ein Slot ins große Ganze passt: Ein Headliner-Platz bei Rock im Park bedeutet fast immer, dass eine Band ohnehin durch Europa tourt. Eine Blink-182-Europatour 2027 ist damit mehr als wahrscheinlich – das Festival wäre dann einer der Ankerpunkte im Sommer, eingebettet in eine Reihe von Stadion- und Festivalterminen quer über den Kontinent. Offiziell bestätigt ist die Tour noch nicht, aber die Zeichen stehen gut, dass 2027 ein dickes Pop-Punk-Jahr wird.
Heißt für dich: erst den Freitagabend hier zu Ende genießen – und dann am Dienstag pünktlich um 12 Uhr am Rechner sitzen. Das erste Kontingent zum günstigsten Preis dürfte erfahrungsgemäß schnell vergriffen sein.
23:15Fr
RiP / Utopia
Volbeat schließen die Utopia ab – und gewinnen den Zweikampf
Marteria 21:05, Volbeat 21:10 – fast zeitgleich. Den Ausschlag gab eine Kleinigkeit, und am Ende war es klanglich gar kein Wettbewerb.
Volbeat liegen gerade in den letzten Zügen ihres Sets und schließen den Freitag als Headliner auf der Utopia ab. Dass ich überhaupt hier stehe und nicht bei Marteria, war eine echte Entscheidung: Marteria 21:05, Volbeat 21:10 – praktisch zeitgleich, beide groß. Letztlich gab eine Kleinigkeit den Ausschlag zugunsten der Dänen: Sie haben mir erlaubt, sie zu fotografieren, was der Hälfte der anderen Fotografen an diesem Abend nicht vergönnt war. Und ehrlich – wer bin ich, so eine Einladung auszuschlagen? Also zog Marteria bei mir den Kürzeren. Das Schöne an unserer Pressezentrale: Von dort kann man die Shows auf beiden Outdoor-Bühnen gleichzeitig beobachten. Die Mandora liegt näher und besser im Blick als die Utopia – aber soundtechnisch war Volbeat trotz der größeren Entfernung absolut dominant. So dominant, dass es quasi unmöglich war, Marteria überhaupt zuzuhören; der dänische Schlachtschiff-Sound hat einfach alles plattgewalzt. Manchmal entscheidet eben nicht nur das Line-up, sondern auch, wer die Luft über dem Zeppelinfeld für sich beansprucht.
21:30Fr
RiP / Utopia
Electric Callboy: Utopia brechend voll
Kickstart mit „Tanzneid" und „Still Waiting" – und die Utopia platzt aus allen Nähten.
Es gibt diese Momente, in denen man sich umdreht und merkt: Hier passiert gerade etwas Großes. Electric Callboy legen los, und die Utopia ist brechend voll – so voll, dass von hinten kaum noch ein Durchkommen ist und die ersten schon auf Schultern sitzen. Kickstart mit „Tanzneid", direkt hinterher „Still Waiting", und die Fläche kocht vom ersten Beat an. Kein Warmlaufen, kein Abtasten – die Band drückt das Pedal sofort durch und nimmt das ganze Zeppelinfeld mit. Man spürt, dass hier frisch von einer erfolgreich beendeten US-Tour eine eingespielte Maschine steht: synchron, druckvoll, mit diesem augenzwinkernden Größenwahn, der Electric Callboy so unwiderstehlich macht. Ehrlich gesagt: Das ist ein Auftritt, der locker eine Nummer größer könnte – die Empfehlung für noch höhere Slot-Weihen schreibt sich von selbst, das hier ist Headliner-Energie am frühen Abend. Einziger Wermutstropfen, und der geht voll auf meine Kappe: Ich hab vor lauter Staunen glatt vergessen, Fotos von Frank Zummo an den Drums zu machen. Bummer – aber manchmal ist es vielleicht auch okay, einen Moment einfach nur zu erleben statt durch den Sucher zu schauen.
19:30Fr
RiP / Utopia
Three Days Grace: mehr Banger als gedacht
Sonne überm Zeppelinfeld, ein Hit nach dem anderen – und plötzlich fühlt sich alles wieder wie Heimkommen an.
Ehrlich gesagt hatte ich Three Days Grace eher als „kann man mitnehmen" auf dem Zettel – und werde jetzt eines Besseren belehrt. Da sind deutlich mehr Banger drin, als ich dachte: Refrains, die man nach zwei Takten mitgrölt, und ein Set, das keine Sekunde durchhängt. Dazu scheint die Sonne übers Zeppelinfeld, die Fläche groovt, und es passt einfach alles zusammen – gute Musik, gutes Wetter, gute Laune. So kann das von mir aus den ganzen Abend bleiben. Und während ich hier stehe, kommt dieses Gefühl wieder hoch, das man nicht planen kann: Es fühlt sich an wie Heimkommen. Das Zeppelinfeld, die vertrauten Wege, die Leute um einen herum, der Bass in der Brust – nach all den Jahren immer noch derselbe Reflex. Man steht da, grinst blöd vor sich hin und denkt: Genau dafür macht man das. Genau dafür kommt man jedes Jahr zurück.
17:50Fr
RiP / Utopia
Tom Morello: Gitarrengerickel für alte Säcke
Drei Viertel Set auf der Utopia – und der Mann zeigt, warum eine Gitarre auch eine Waffe sein kann.
Ich hab Tom Morello eben geschossen und mir das Dreiviertel-Set angeschaut – und ehrlich: einfach super. Dieses Gitarrengerickel mit Effekten, bei dem man nie so genau weiß, ob da gerade ein DJ, ein Synthesizer oder doch nur sechs Saiten am Werk sind. Ein großes Rage-Against-the-Machine- und Audioslave-Medley, das die Utopia komplett mitnimmt, und gut sichtbar auf der Rückseite der Gitarre: „Nazis raus". Zum Ende hin wird es leise und groß zugleich – eine Ode an seinen verstorbenen Freund Chris Cornell mit „Like a Stone". Und genau in dem Moment, als der Song seinen Höhepunkt erreicht, bricht durch die dichte Wolkendecke die Sonne durch. Gänsehaut, einfach so. Danach ein German Folk Song, den sie extra einstudiert hatten; man dachte schon an Metallica – tatsächlich war es die Einleitung zu „Killing in the Name". Ein echt genialer Auftritt für alte Säcke wie mich. Bilder folgen, sobald sie durch sind.
13:15Fr
RiP / Utopia
Ecca Vandal eröffnet die Utopia
Ecca Vandal ist im Kasten – ein musikalisch runder Auftakt bei Sonne auf der Utopia. Die Bilder kommen, sobald sie durch die Servicerunde und Freigabe sind.
Musikalisch vollkommen okay für den Auftakt, passend zum sonnigen Wetter, nice um ein wenig zu grooven und den Moment zu genießen. Eine halbe Stunde vor dem Auftritt hatte es nochmal kurz, aber heftig runtergeregnet – die Flächen der Utopia sind trotzdem noch vollkommen okay und mit Sneakern uneingeschränkt nutzbar. Weiter geht's um 14 Uhr mit The Pretty Reckless.
13:30Do
RiP / Unterwegs
Und so beginnt es
Anreise mit Regionalzügen am Feiertag, bis obenhin bepackt — wie in alten Zeiten. Auf nach Nürnberg.
Fronleichnam, also quer durchs Land im Nahverkehr: umsteigen, warten, weiterruckeln, das Gepäck bis obenhin vollgepackt. Kein ICE-Komfort, dafür dieses alte Festival-Gefühl im Bauch — Vorfreude, die mit jedem Halt wächst. Und ehrlich: Netz-technisch bleibt die Region ein Entwicklungsland — ständige Verbindungsabbrüche, Livebloggen wird zum Sport. Rock im Park, wir kommen.
11:00Do
RiP / Zeppelinfeld
Rock im Park 2026: Wir sind zurück am Zeppelinfeld
Drei Tage Nürnberg – und es wird erstmal nass und kühl: Donnerstag und Freitag ziemlich feucht, höchstens 20 Grad und nachts runter auf frostige 8 Grad. Zum Einstieg ein Blick zurück auf das ebenso matschige 2025.
Schon 2025 stand das Wochenende im Zeichen von Regen und Matsch – das sieht man den Bildern unten deutlich an. Auch 2026 startet feucht: Gummistiefel und Regenjacke gehören ins Gepäck, nachts wird es mit rund 8 Grad richtig frisch. Unser Liveblog läuft ab Freitag durchgehend: kurze Meldungen vom Gelände, Wetterfenster für die Prime-Time und frische Galerien, sobald sie sortiert sind. Die Bilder hier sind Erinnerungen aus 2025 – von Bullet For My Valentine über die Beatsteaks bis Spiritbox und Skillet. Ab jetzt zählt 2026.
Thomas PeterZeppelinfeld · 4 Bilder
10:30Do
RiP / Gelände
Presseführung: So sieht das Gelände 2026 aus
Das Infield ist rund 25 % größer, die Besucherführung überarbeitet, das Marathontor bleibt dauerhaft offen. Erwartet werden rund 80.000 Besucher pro Tag bei etwa 88.500 verkauften Tickets.
Die Zahlen hinter dem Aufbau bleiben absurd: rund 1.200 Tonnen Stahl, 750 Lkw-Anlieferungen plus 120 Band-Trucks, 60 km Stromkabel, 32 km Zäune, 40.000 Bodenabdeckungen und rund 500.000 Watt Leistung – aufgebaut in zwölf Tagen von etwa 90 Bühnenbauern. Mehr Platz gibt es auch an der Mandora Stage, weil der Food Court nach hinten gewandert ist; dazu neue Rampen, ein versetztes Rolli-Plateau im Utopia-Infield, mehr Bodenplatten und Hackschnitzel gegen Nässe. Neu im Gelände: der DJ-Turm am Cosmic Plaza und das „Gärtla“ mit Leinwandübertragungen von Utopia und Mandora ab dem Nachmittag. Im Hintergrund laufen 67 DSL-Leitungen mit rund 6 Gbit, 40 Top-up-Stationen, 125.000 Crew-Portionen, 2.500 Artist-Mahlzeiten und etwa 3 Tonnen Eiswürfel. Die Anreise soll über neue Check-in-Bereiche, parallel öffnende Campingplätze und die Nunav-App entzerrt werden, die Polizei arbeitet unter anderem mit Drohnen. Die Presseführung selbst habe ich vor Jahren mal mitgemacht – fand aber schon damals: dienstags, also drei Tage vor Anreise, ist mir ehrlich gesagt zu früh.